Das Zenitprisma ermöglicht nicht nur einen bequemen Einblick, es richtet auch das umgedrehte Bild des Teleskops auf, so dass es für die Naturbeobachtung geeignet ist. Auch für die Mondbeobachtung ist ein aufrichtendes Prisma eine lohnende Anschaffung, da die Orientierung des Mondes im Okular der natürlichen Orientierung des Mondes entspricht.
BBHS (Breitband-Hart-Silber-Beschichtung / Broad Band Hard Silver): Silber ist die erste Wahl als Spiegelmaterial, muss aber vor Korrosion geschützt werden. Die beliebten dielektrischen Spiegel sind robuster, refIektieren jedoch meist nur im sichtbaren Licht zwischen etwa 400 und 700 nm. Für ein Seherlebnis, das dem Einblick ohne Spiegel gleichkommt, verwenden die Baader BBHS® Spiegel eine zusätzliche, gegen Korrosion aufwändig versiegelte BBHS® First Surface Silberschicht, die für die im Vergleich mit einfacheren Prismen hervorragende Brillanz und die satteren Farben verantwortlich ist. Die Silberschicht ist durch eine harte Schutzschicht langzeitstabilsiert. Dies entspricht der Witterungsbeständigkeit einer AlSiO2-Schicht auf einem Newtonspiegel.
BBHS® bietet entgegen der rein dielektrischen Beschichtung ein sehr viel breiteres spektrales Fenster mit 98-99% Reflexion von etwas über 390 bis 2000 Nanometer und erlaubt auch abweichende Einblickwinkel ohne Abfall an Reflektivität – das Silber produziert dabei keinerlei Streulicht. Das geübte Auge erkennt insbesondere mit kurzbrennweitigen APO-Refraktoren schlichtweg mehr Farben. Vor allem bei der Planetenbeobachtung mit höchster Vergrößerung ist eine deutliche Farbintensivierung im Vergleich zu allen bisherigen Beschichtungen leicht feststellbar. Außerdem bemerkt man eine deutliche Kontraststeigerung durch die Abwesenheit von jeglichem Streulicht.
Für die BBHS®-Beschichtung wird nur Glaskeramik als Trägermaterial verwendet, um zusammen mit den CNC-gefrästen Aluminiumgehäusen eine extrem schnelle Temperaturanpassung und Bildstabilität zu gewährleisten.
Baader ClickLock System: Sie werden Ihr 2" Zubehör nie wieder anders klemmen wollen.
Mit leichtem Fingerdruck auf den 2"-ClickLock Drehhebel klemmen Sie ein Okular oder einen 2"-Zenitspiegel blitzschnell und mit minimalem Kraftaufwand. Der Okularwechsel erfolgt völlig mühelos. Die Haltekraft der Klemmung wird durch eine aufwändige Mechanik so verstärkt, dass man über eine angezogene 2"-ClickLock-Klemme einen C14-Teleskoptubus mit 26kg Gewicht senkrecht anheben kann.
Zur sicheren Klemmung eines 2" Okulars oder Zenitspiegels ist es völlig ausreichend, den Klemmhebel mit minimalem Druck zu verschieben: Zwanzig Grad Drehung genügen für eine feste Klemmverbindung.
Die Wirkung und Stabilität der ClickLock Mechanik wurde mit Hilfe der 1,25"-ClickLock-Klemme jahrelang getestet. Das 2"-ClickLock System ist mechanisch noch wesentlich massiver konstruiert.
Was ist besser: Spiegel oder Prisma?
Ein guter Zenitspiegel ist einem Prisma heute etwa ebenbürtig, beide haben aber ihre Eigenheiten. Früher waren Zenitprismen üblich, da die Spiegelschichten alterten und ihre Reflektivität verloren ging – ein unbeschichtetes Prisma war langzeitstabiler.
Da das Licht durch ein Prisma hindurch geht, wird es insbesonders bei schnellen Öffnungsverhältnissen vom Prisma beeinflusst (gebrochen) und kann dort prinzipiell zu einem Farbfehler führen – aus diesem Grund wurde es bei einigen Teleskopen (z.B. ZEISS APQ) gleich in die Optikrechnung einbezogen, sodass diese Teleskope mit Prisma ein farbreineres Bild liefern als ohne. Für lichtstarke Teleskope, die ohne Prisma gerechnet wurden, ist ein Spiegel die bessere Wahl; die Grenze liegt im Bereich von f/6 bis f/7.
Transmission und Haltbarkeit sind heute kein Problem mehr: Alle Baader-Spiegel und rückseitig verspiegelte Baader-Prismen liefern über Jahrzehnte hinweg eine hervorragende Transmission. Ein einfacher Aluminium-Spiegel (ohne "enhanced" Vergütung), wie er vielen Teleskopen beiliegt, hat dagegen nach wenigen Jahren oft nur rund 80% Reflexion und neigt zu Reflexen, wo ein guter Spiegel (dielektrisch- oder BBHS-versilbert) dauerhaft 96-99% ereichen kann.
Die Praxis zeigt, dass durch die Refraktion in einem Prisma weniger Streulicht entsteht als bei der Reflexion an einem Spiegel, es sei denn, bei der Herstellung des Spiegels wurde ein sehr hoher Aufwand betrieben, um ihn auf das Streulicht- und Kontrast-Niveau eines Prismas zu bringen. Daher bevorzugen viele Planetenbeobachter auch heute noch ein Prisma. Vergessen sie aber nicht, dass ein Prisma sich genau wie die übrige Teleskopoptik an die Umgebungstemperatur anpassen muss!
Ein weiterer Vorteil der Baader-Prismen ist die wesentlich kürzere optische Baulänge, weshalb wir für die Beobachtung mit einem Binokularansatz Baader T2-Zenitprismen mit kurzbauendem Gehäuse empfehlen. Damit ist es oft noch möglich in den Fokus zu kommen, wenn andere Zenitspiegel versagen.